Steffen Diemer Lichtbilder :: eine Phänomenologie der Zerbrechlichkeit, 01.08. bis 06.09.2026, Eröffnung 01.08.2026, 14 Uhr

eine Phänomenologie der Zerbrechlichkeit...

Steffen Diemer hat einen langen Weg zurückgelegt vom Fotojournalisten, Kriegsfotografen zum künstlerischen Fotografen. Aber auch ohne einen tieferen Einblick in seine Kriegsfotografie, nur in Wahrnehmung der Fotografien, die im Beitrag von SWR Kultur „Vom Kriegsreporter zum Fotografen der Stille“ zu sehen sind, ist mir geblieben, der Respekt des Menschen vor dem Menschen und der Zerbrechlichkeit unserer Existenz. Er erschien mir nicht als Chronist der Grausamkeit, der Bitternis, sondern als ein Auge der Menschlichkeit und das bleibt auch in seiner künstlerischen Fotografie als Grundthema von Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit. Die Materialität seines Mediums heute könnte passender nicht sein, schwarzes mundgeblasenes Glas. Es gibt im Eigentlichen keinen Bruch, wir nehmen uns und unsere Geschichte mit… aber vielleicht ist es jetzt eine Art Fotografie der Heilung von Geist und Seele.

Phänomenologie der Zerbrechlichkeit ein Terminus, der angelehnt ist an einen Textabschnitt in Roland Barthes letztem Werk „Die helle Kammer“, einem Essay sowohl strukturaler wie phänomenologischer Analyse und der Verarbeitung des Themas Tod. Als das erlebe ich es in fotografischer Sprache bei Steffen Diemer.

(Ralph Tepel, 2026)